Das Kurvensegment



Modellumsetzung:

Eines ist ja klar, eine Bahnstrecke führt nicht immer nur geradeaus. Das ist in der Realität nicht so und selbstverständlich auch nicht im Modell. Nun ist es aber nicht nur so, dass eine Kurve einzig der Auflockerung in der Streckenführung dient, sie ist für mich auch zwingend nötig, die geplante Strecke hier in der Wohnung irgendwann mal aus einem Raum in den anderen führen zu können. Außerdem dient mir das Kurvensegment auch als Übergang zwischen dem geraden Profil des Bahnhofes und einem etwas geschwungeneren Landschaftsprofil.


 


Unterbau:

Der Unterbau des Segments ist ähnlich dem des Bahnhofs aufgebaut. Es handelt sich beim Rahmen wiederum um 9mm-Sperrholz, welches ich dann verschraubt und verleimt habe. Die Versteifung in der Mitte des Moduls dient weniger der Stabilität des Kastens als viel mehr als Auflagefläche für die Landschaftsdecke. Diese besteht nämlich nicht aus einer Sperrholzplatte, sondern aus feinem Fliegengitter, das ich im Baumarkt gekauft habe.



Landschaftsbau:

Die Basis der Landschaft besteht also wie erwähnt aus Fliegengitter. Dieses habe ich zurechtgeschnitten (geht problemlos mit der Schere) und dann mit einer Tackerpistole mit dem Rahmen und der Versteifung verbunden. Das Gitter schmiegt sich jetzt schön an die Form des Rahmens an und wartet auf seine weitere Behandlung.

Hier schlug der erste Versuch leider fehl, Experimente mit Pappmaché brachten hier nicht den gewünschten Erfolg, da der Tapetenkleister keine dauerhafte Verbindung mit dem Gitter eingeht und die ganze Konstruktion außerdem nicht fest genug wird.
Mir kam darauf die Idee, doch einmal zur Apotheke meines Vertrauens zu gehen und dort nach Gipsbinden zu fragen, die eigentlich dazu benutzt werden, einen Gips bei einem Knochenbruch passgenau zu machen. Gipsbinden sollte jede Apotheke vorrätig haben und sie sind nicht einmal besonders teuer, ich habe für zwei Rollen mit jeweils 10cm Breite und 2m Länge zusammen etwa 4€ bezahlt. Es gibt diese Binden auch von einem namhaften Modellbahnhersteller, der sie als Geländebaubinden anpreist und sie zu einem ungleich höheren Preis verkauft. Es handelt sich aber um das gleiche Material.

Die Binden werden zurechtgeschnitten (Achtung, durch das anschließende Einweichen ziehen sie sich ein ganzes Stück zusammen) und anschließend kurz in handwarmes Wasser getaucht. Man merkt hierbei sofort, wie weich die Binden werden und kann sie nach wenigen Sekunden verarbeiten. Die Binden werden nun auf das Gitter aufgebracht. Jetzt am besten die Hände noch mal anfeuchten und den Gips schön verreiben, so dass sich die Poren der Binden schließen und eine glatte Oberfläche entsteht. Das Ganze macht man nun solange, bis das gesamte Gitter mit Binden bedeckt und die der Gips schön verschmiert und geglättet ist. Die Binden übrigens ruhig übereinanderlappen lassen, Unebenheiten fallen hier später nicht weiter auf. Jetzt ließ ich die Binden trocknen, was dank ihres ursprünglichen Verwendungzwecks recht schnell geht.
Anschließend habe ich sie mit brauner Abtönfarbe vorbehandelt, damit man bei eventuellen kleinen Löchern in der späteren Landschaft nicht sofort die weiße Binde sieht.

Nun kann es im Prinzip schon mit der eigentlichen Landschaftsgestaltung losgehen. Ich habe die vom Bahnhof bewährte Methode auch hier wieder angewandt, indem ich zuerst den gesamten Boden (bis auf die Stelle, wo der Acker ist) eingesandet habe, um den typischen pommerschen Sandboden darzustellen.

Das kleine Stück Acker, das hier zu sehen ist ist die Fortsetzung des Ackers auf dem Bahnhofssegment, an welches das Kurvensegment angeschlossen wird. In der linken oberen Ecke des Segments soll ein Wanderweg beginnen, der die Schienen kreuzt und neben dem Acker entlang nach unten führt. Etwa in der Segmentmitte, unterhalb der Gleise soll eine Blutbuche stehen. Solche Planungen sollte man tunlichst vor dem Sanden und Begrasen vornehmen, um sich ein wenig Arbeit zu sparen.
Nun kommt das Begrasen, eine Arbeit, die den "optischen Fertigkeitsgrad" eines Segments jedes mal sprunghaft ansteigen lässt. Ich bevorzuge hier die langen Wildgrassorten der verschiedenen Hersteller. Da es für die von mir dargestellte Jahreszeit (Herbst) nicht allzu viele Produkte gibt, mische ich verschiedene Grassorten. Ich benutze hier die Wildgrassorten Mittelgrün und Dunkelgrün, die ich jeweils etwa 1:1 mit langem, beigen Feldgras mische. Dazu fülle ich die Grassorten in ein leeres Babybrei-Gläschen und schüttele dann einige Minuten kräftig, um eine gute Mischung hinzubekommen. Hierbei ist es jedoch nicht entscheidend, eine wirklich exakte Verteilung der beiden Gräser zu bekommen, denn ein wenig Ungleichmäßigkeit kommt der Natur näher.
Das gemischte Gras muss jetzt natürlich ansprechend auf die Anlage gebracht werden. Relativ gut geht das mit den bekannten "Grassprühdosen" der Firma noch, die die Fasern elektrostatisch aufladen. Noch viel besser allerdings ist es mithilfe eines kleinen Gerätes machbar, zu dem es hier einen Basteltipp gibt.
Gerade bei so langem Gras ist es nämlich wichtig, dass es wirklich auf der Anlage steht und nicht im Leim ertränkt liegt.


Wie schon weiter oben erwähnt, soll auch ein Baum mein Segment zieren. Hierbei habe ich mich für einen Baum aus der Faller (c) Premium- Serie entschieden. Eine Blutbuche, um genau zu sein. Nun ist es bei Segmenten aber so, dass sie des öfteren transportiert werden und sei es auch nur von ihrem Lagerplatz im Regal wenige Meter zum Basteltisch. Aber jede Strecke birgt natürlich das Risiko, etwas zu zerstören, besonders wenn es soweit nach oben ragt wie ein großer Baum. Also was tun? Meine Lösung mag recht brutal klingen, aber der Baum wurde von seiner Wurzel getrennt.

 

Die Wurzel wird nun an der gewählten Stelle auf der Anlage befestigt, z.B. mit Heißkleber o.ä. Nun wird der Bereich um die Wurzel und auch die Wurzel selbst eingesandet. Das sieht meiner Meinung nach realistischer aus, als wenn man die Plastikwurzel einfach frei stehen lässt.

Wenn das Ganze getrocknet und ausgehärtet ist, wird mit einem kleinen Bohrer ein Loch mittig in die Wurzel und mittig in den Baumstamm gebohrt. Dabei schön langsam vorgehen, damit der Kunststoff nicht schmilzt und den Bohrer zusetzt. Jetzt wird ein passender Metallstift in den Stamm eingeklebt und so kann der Baum später nach Belieben auf die Wurzel aufgesteckt oder abgenommen werden, ohne dass es zu sehr auffällt. Und die Transportsicherheit ist um ein Vielfaches höher.

Natürlich fehlt jetzt noch die endgültige Detaillierung, ein paar Wanderer, vielleicht eine Schafherde auf der Wiese, eine Bank unter dem Baum, Andreaskreuze am Überweg, Pfeiftafeln und eine Trapeztafel für den dahinter liegenden Bahnhof Galkow Ost. Aber das kommt nach und nach...

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