Der Bahnhof Galkow Ost

Vorbild:
Bahnhof Glutzow der Rügenschen Kleinbahn an der Strecke Putbus - Altefähr. Der Bahnhof wurde mit der Einstellung des Betriebes auf diesem Streckenabschnitt in den 60er Jahren stillgelegt. Länge des Bahnhofes etwa 100m (ca. 1,15m im Maßstab 1:87), 3 Weichen, 1 Stumpfgleis mit Laderampe (Länge ca. 48m / 0,55m), ein Ladegleis, beidseitig angeschlossen ( ca. 58m / 0,65m), somit insgesamt 3 Weichen, 2 Bahnübergänge mit Kopfsteinpflasterstraßen im Bereich des Bahnhofes, am Ladegleis parallel eine Ladestraße aus Kopfsteinpflaster, direkt bis an den Schienenkopf zu verlegen. Das Ladegleis ist beim Vorbild durch zwei Gleissperren gesichert.

Modellumsetzung:
Eine exakte Umsetzung kommt schon wegen der nachzubildenden Epoche IV nicht in Frage, da es den Bahnhof zu diesem Zeitpunkt (anvisiert sind die 80er Jahre) nicht mehr gab. Das Modell ist also lediglich an Glutzow angelehnt, soll sich jedoch recht nah am Vorbild orientieren. Da der Bahnhof ziemlich auf dem freien Feld und abseits einer Ortschaft angesiedelt wird, entfällt die Nachbildung von Wohnhäusern o.ä. Lediglich die obligatorische Blechbude als Wetterschutz für Reisende und evtl. noch ein Abort sind vorzusehen. Links und rechts der Bahn erstrecken sich Felder und Wiesen, das Gleis selbst in in der typischen Sandbettung verlegt. Die nachzubildenden Straßen bestehen aus Kopfsteinpflaster, im Gleis sind Holzbohlen vorgesehen. Die Laderampe wird aus Bruchsteinmauern und ebenfalls Kopfsteinpflaster bestehen. Eventuell sind Telegrafenmasten vorzusehen. Die "Bahnsteige" sind lediglich als Sandfläche anzulegen, die bis auf Höhe der Schienenköpfe aufzuschütten ist. Durch einzelne Grasbüschel wird der nicht mehr astreine Pflegezustand des Bahnhofes deutlich. Ebenfalls verschwindet ein Teil der Schwellen unter dem Sand um die typische "unsaubere" und schnelle Verlegung der Gleise anzudeuten. Ein einfacher Wasserkran, wie er auf Schmalspurbahnen öfters anzutreffen war, könnte aufgestellt werden, vielleicht ein wenig abseits vom Bahnsteig, so dass die Lok zum Wassernehmen abkuppeln und ein wenig vorziehen muss. Dies könnte damit begründet werden, dass der Wasserkran per Pulsometer Wasser aus einem kleinen Bach oder einem verdeckten Wasserkanal bezieht. Das Vorziehen und anschließende Wiederankuppeln trägt so zum interessanten Bahnbetrieb bei.
Die Gleissperren auf dem Ladegleis werden wohl nicht dargestellt, da das Ladegleis auch als planmäßiges Umfahrungsgleis genutzt werden soll und somit kein extra zu sicherndes Nebengleis, sondern ein Betriebsgleis darstellt, mit dessen Hilfe auch Zugkreuzungen durchführbar sind. Das Rampengleis wir mit einer einfachen Balken-Gleissperre versehen werden. Auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen  könnte eine Laterne (typische DDR-"Suppenschüsseln") stehen.

     



Unterbau:

Es werden zwei Segmente gebaut, die jeweils 60x40cm groß sind, so dass der gesamte Bahnhof auf einer Fläche von 120x40cm untergebracht werden kann, was durchaus vorbildgerechte Maße zulässt. Die Segmente sind nicht genormt und lassen sich daher nicht ohne weiteres mit Fremd-Modulen verbinden, was aber auch nicht geplant ist.
Die Segmentkästen bestehen aus 9mm dickem Sperrholz, die Seiten sind 10cm hoch. Die einzelnen Bretter werden verschraubt und verleimt. Auf den Rahmen kommt eine 5mm Sperrholzplatte. diese wird ebenfalls verschraubt und verleimt. Die Schraubenköpfe werden versenkt und verspachtelt. Da im Beriech um den Bahnhof die Landschaft flach und eben ist, kann hier auf eine Gestaltung von Bodenunebenheiten weitgehend verzichtet werden, so dass die geschlossene Grundplatte die einfachste Lösung ist. Ob kleine Erhebungen im Beriech der Wiesen nachgebildet werden, wird sich zeigen, dies ist jedoch gut mit Styrodur lösbar, somit stellt die Grundplatte auch hier kein Hindernis dar.
Ob weitere Querstreben zur Stabilisierung nötig sind, wird sich zeigen.
Die Seiten des Kastens werden sauber entgratet und mit Klarlack versiegelt. Die Verbindung der Segmente untereinander wird mit zwei Maschinenschrauben mit Flügelmuttern und großen Unterlegscheiben erfolgen.

     



Elektrik und Steuerung:

Der Fahrbetrieb findet digital statt, hierfür kommt das Roco-Digitalsystem entweder mit Lokmaus 2 (vorhanden) oder mit Multimaus (anzuschaffen) zum Einsatz. Die Einspeisung wird hinter jeder Weiche erneut erfolgen, um größtmögliche Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Ob sich beleuchtete Modelle der DDR-Einheitslaternen finden, wird sich zeigen, falls ja werden diese über Kippschalter seitlich am Segmentrahmen ein- und ausgeschaltet.
Die Weichen werden mit vorhandenen Conrad-Unterflurantrieben gestellt (nicht digital, das lohnt sich für diesen kleinen Bahnhof nicht).

 

Eine kleine Bahnhofsgeschichte:

Wir befinden uns im Norden der DDR, irgendwo in Pommern, vielleicht auch auf einer an Rügen erinnernden Insel in den 70er Jahren und begeben uns an die kleine Station Galkow Ost einer 750mm Schmalspurbahn, die Ende des 19. Jahrhunderts von der Firma Lenz geplant und gebaut wurde und von der DR übernommen noch heute unersetzlich auf dem weiten flachen Land ist. Es ist Frühherbst und es herrscht ein eher ruhiger Betrieb, die Badegäste sind schon wieder in ihren Kombinaten und erfüllen ehrgeizig Fünfjahrespläne und die Rübenkampagne, die der kleinen Bahn jedes Jahr große Transportmengen beschert, hat noch nicht begonnen. Die Züge verkehren meist als GmP, was den Einheimischen aber auch nichts ausmacht, den Großteil der Reisenden stellen sowieso ältere Damen, die höchstens mal in die Stadt möchten, um zu schauen, ob es irgendwo eine Schlange gibt, in der man sich anstellen kann. Auch hier in Galkow Ost wird rangiert, es wird sowohl die alte Laderampe bedient, an der gelegentlich vom LKW in die Bahn (oder umgekehrt) umgeladen wird, als auch das Kreuzungsgleis, das seit den 50ern in der Nebensaison von der DR als Ladegleis benutzt wird und zu diesem Zweck mit einer Betonplatten-Ladestraße versehen wurde. Von Reisenden wird der Bahnhof nur sehr gelegentlich benutzt, wie man am recht verkrauteten Bahnsteigbereich sieht. Der Bahnhof liegt etwa 3km außerhalb des Örtchens Galkow und die Busverbindung hierher ist nicht sehr umsteigefreundlich.


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