Betriebsverschmutzung eines Eaos-Wagens

 

Vorbild:
Eaos-Wagen sind seit den Jahrzehnten aus dem Güterverkehr nicht mehr wegzudenken. Die vierachsigen, offenen Drehgestellwagen haben ein wesentlich höheres Fassungsvermögen als beispielsweise der zweiachsige E-Wagen und haben diesen fast vollständig verdrängt. Auch schon vor der Wende beschafften DR und DB (neben vielen anderen europäischen Eisenbahnen) diesen Wagentyp.


Modell:


Seit einigen Monaten hat Roco die Eaos-Wagen ins Programm genommen und damit vielen Modellbahnern eine große Freude bereitet. Das Modell ist sehr gelungen und inzwischen auch in einigen Varianten erhältlich, denen sicherlich auch noch zahlreiche folgen werden. Mit etwa 20-25€ ist der Wagen aufgrund der guten Qualität durchaus als preiswert zu bezeichnen.

 

Umsetzung:

Zuallererst muss der Wagen soweit wie möglich in seine Einzelteile zerlegt werden, um differenziert und sauber sprühen zu können. Die Drehgestelle werden abgezogen (hierbei auf die Messingringe am Drehgestellzapfen achten), die Achsen aus den Drehgestellen ausgebaut und die Puffer vom Wagen abgezogen. Das mag schwer gehen aber mit sanfter(!!!) Gewalt bekommt man sie ab. Nun wird der Wagen zugerüstet, je nach Ausführung liegen hier verschiedene Griffstangen usw. bei. Also nicht wundern, wenn einzelne Löcher (z.B. unter dem Wagenboden) leer bleiben.
 

 

Nun geht es ans Abkleben. Ich möchte einen Wagen mit Ausbesserungsflicken darstellen, folglich werden einzelne Stellen am Wagen mit Klebeband überklebt, diese behalten bei der ersten Lackierung dann ihre Originalfarbe. Hierbei ist es wichtig, die Beschriftung sorgfältig abzukleben. Zum ersten weil die Beschriftung beim Ausbessern auch im Original immer leserlich erhalten wurde und zum zweiten, weil ich es meinen Modellrangieren beim Schreiben der Wagenliste nicht unnötig schwer machen will.

 

 

Es folgt die erste Farbschicht. Hauchdünn wird ein Braunton (Revell AquaColor Nr. 83), der sich deutlich vom Originalbraun des Wagens unterscheidet aufgenebelt. Nun wirkt der ganze Wagen wie unter einem Schleier und so soll das auch sein.

 

Anschließend werden an einigen Stellen die vorhandene Klebestreifen mit weiteren zu mehr oder weniger quadratischen "Flicken" ergänzt und diese anschließend mit einem zweiten, wiederum anderen Braunton (Revell AquaColor Nr.37) vorsichtig lackiert.

 

Nach dem "Entkleben" des Wagens bekommen wir folgendes Ergebnis. An dieser Stelle nicht erschrecken, noch wirkt alles extrem grell und ungedämpft, aber das wird sich noch ändern.

 

Jeder der schon mal einen Eaos im wirklichen Leben gesehen hat, kennt das Phänomen: Es wird oder wurde Schrott im Wagen transportiert und die Türen sind natürlich nicht wasserdicht. Nun reicht schon ein Regenschauer und der Rost auf dem Ladegut (z.B. Dreh- oder Frässpäne) wird aus den Türritzen gespült, läuft am Wagen herunter und trocknet dort. Folglich haben wir immer frischen Rost an diesen Stellen, der natürlich bei einer Alterung nicht fehlen darf. Hier greife ich auf ein fast schon oranges Braun von Revell (AquaColor Nr.85) zurück, dass ich per Drybrush-Methode auf den Wagen aufbürste.

 

Nun geben wir dem Wagen ein wenig Zeit zum trocknen und wenden uns einer Flasche Bier oder (zweckmäßiger) den Drehgestellen zu, die nun natürlich glänzend herausstechen. Das kann nicht so bleiben. Also bekommen sie mit einem dreckigen Schwarz-Braun (Vallejo Lavado Sepia Wash) einen matten Farbüberzug mithilfe der Airbrush und anschließend wiederum per Drybrush ein paar Roststellen (Revell AquaColor Nr.83). Und schon haben wir einen Unterschied wie Tag und Nacht:

 

Unser Wagen dürfte nach dem sorgfältigen Behandeln der Drehgestelle nun soweit trocken sein, dass wir weiterarbeiten können. Nun werden die Doppel-T-Träger, die den Seitenwänden Stabilität verleihen, mithilfe dunkler Farbe ein wenig hervorgehoben. (Vallejo Lavado Negro Wash) Hier ist weniger jedoch ganz eindeutig mehr! Nicht lackieren, hauchen! Es reicht hier schon die Ahnung von Farbe um den Wagen plastischer erscheinen zu lassen.

 

 

Wir biegen jetzt mit dem Wagen auf die Zielgerade ein. Die Pufferstößel bekommen mit glänzendem Schwarz (Revell AquaColor Nr.07) noch Ihre "erste Ölung", ebenso die Pufferteller. Hier habe ich es so gehandhabt, dass ich die "Fett"punkte mit einem Wattestäbchen aufdrücke.
Nun bekommt der Wagen und die Drehgestelle noch einen bis zwei Überzüge mit mattem Klarlack (Revell AquaColor Nr.02) um jegliche Glanzunterschiede zu beseitigen und den Wagen optisch noch ein wenig benutzter aussehen zu lassen. Anschließend geht es an den Zusammenbau.

Wieder komplettiert präsentiert sich der Wagen folgendermaßen auf der Anlage:

 

Er fügt sich nun schon viel besser in die Landschaft ein und man kann sich sicher sein, ein einmaliges Modell zu haben, dass diesen Namen nun auch verdient. Denn erst Gebrauchsspuren machen aus einem Plastikwagen ein Modell, eine Nachbildung des Originals.

Zum Thema Ladegut vielleicht an dieser Stelle bald mehr, wenn mein Experiment glückt...